Archive - Projektmanagement RSS Feed

Barcamp Stuttgart 4: Ein Rückblick

Wie angekündigt hat Anfang Oktober das vierte Stuttgarter Barcamp stattgefunden. Ich konnte auch dieses Jahr wieder teilnehmen und habe ein in meinen Augen schwer zu übertreffendes Barcamp erlebt.

Vorabendparty am Freitag

Die Kennenlernparty fand dieses Jahr im Graf Zeppelin Hotel mitten in Stuttgart statt. Weil Markus, Michael und Tobias, mit denen ich mitgefahren bin, aus Nürnberg angereist sind, kamen wir erst später dort an. Schon während der Fahrt haben wir per Twitter erfahren, dass es schwierig werden würde noch etwas zu essen zu bekommen. Und tatsächlich war das Buffet kurz vor 21 Uhr komplett leer.

Jan hat uns zwar versprochen, dass bald Nachschub kommt, aber uns hat auch die Atmosphäre in diesem schicken Konferenzraum nicht gefallen, und so haben wir beschlossen zu viert essen zu gehen. Markus konnte per Qype einen nahe gelegenen Perser finden und so haben wir nach einem kurzen Fußmarsch dort unser Abendessen bekommen. Das Restaurant war sehr gemütlich, der Service sehr gut und das Essen noch besser. Wir hatten also auch so noch einen gelungene Abend und das Buffet im Hotel war schnell vergessen.

Am Samstag ging es richtig los

Für uns ging das Barcamp also erst am Samstag richtig los. Aber auch das hat etwas länger gedauert als erwartet.
Jan hat sich dazu entschlossen die Sponsoren noch vor der Vorstellungsrunde einzeln in einer kurzen Präsentation vorzustellen. Ihre anwesenden Mitarbeiter wurden persönlich begrüßt und einige griffen bei der Gelegenheit auch zum Mikrofon. Das ist eine wirklich gute Idee um eine Förderung des Barcamps für die Sponsoren attraktiver zu machen.

Ich ließ den Rest des Tages dann auch gemütlich angehen, packte nicht viele Sessions in meinen Plan und nutzte die Zeit mehr zum Entspannen und für interessante Diskussionen zwischen den Sessions.

Am Nachmittag besuchte ich nur eine Session zu Scrum und eine über Kanban. Die Scrum-Session war für meinen Geschmack ziemlich theoretisch und einige grundlegende Konzepte wie die Aufteilung der Rollen konnten in der kurzen Zeit gar nicht angesprochen werden. Bei Kanban ging es etwas lebendiger und praktischer zu. Auch die Diskussionen waren intensiver.
Abends habe ich mich noch Markus und Michael beim Mobile Photowalk angeschlossen. Der war zwar kurz aber ganz witzig und ein paar gute Fotos sind auch entstanden. Zum Abschluss des Tages gab Jingjing ein chinesisches Lied begleitet auf einer iPad-Gitarre zum Besten und spielte ein paar klassische Lieder auf dem Flügel des Literaturhauses.

Schwerpunkt Outsourcing am Sonntag

Den zweiten Tag beherrschte das Thema Offshore-Outsourcing mit gleich zwei Sessions.
Vom Sponsor eQuadriga gab es Tipps woran man Projekte erkennen kann, die man auf keinen Fall offshore erledigen lassen sollte. Stefan Peter Roos von Proud Sourcing moderierte direkt im Anschluss eine intensive Diskussionsrunde über Methoden zur Zusammenarbeit mit Offshore-Teams.
Eine Session zum agilen Schätzen in Softwareprojekten und eine über Business Model Generation haben meinen Tag abgerundet.

Nächstes Jahr wieder

Dieses Barcamp war aus fast allen Gesichtspunkten das Beste, an dem ich teilgenommen habe. Location und Catering waren bis auf kleinere Probleme, die aber Jan in seinem Blog sehr gut erläutert, einwandfrei. Die Sessions waren von Inhalt und Anspruch her sehr gut. Mit so vielen für meinen Beruf relevanten Themen hätte ich nicht gerechnet. Und zuletzt war die Mischung der Teilnehmer super. Ich konnte alte Freunde wieder sehen, hatte viele anregende Gespräche und konnte auch den ein oder anderen neuen Kontakt knüpfen.

Es hat sich also wirklich gelohnt ein zweites Mal in Stuttgart dabei zu sein und ich bereue es nicht eines der neu eingeführten Fördertickets gekauft zu haben. Nach Möglichkeit werde ich mir das 5. Stuttgarter Barcamp nächstes Jahr auch nicht entgehen lassen.

Review: Making Ideas Happen von Scott Belsky

Das größte Problem vieler kreativen Köpfe ist es ihre Ideen in geordnete Bahnen zu lenken und sie wirklich umzusetzen. Scott Belsky schafft in seinem Buch Making Ideas Happen genau dafür Abhilfe. Als früherer Mitarbeiter von Goldmann, Sachs & Co. und Gründer und CEO von Behānce, der Firma hinter einer der größten Online-Plattform für Kreative, kann er dabei viele seiner eigenen Erfahrungen einbringen.

Nach der Einleitung ist Making Ideas Happen in drei Kapitel gegliedert, die sich auf etwas über 200 Seiten der Organisation und Ausführung von Ideen, der Community rund um ein Projekt und der Führung des Teams widmen.

Behānce’s Action Method

Kapitel 1 handelt hauptsächlich von der Action Method, die von Behānce entwickelt wurde und dort erfolgreich eingesetzt wird. Dabei wird jede Aktivität als eigenes Projekt angesehen. Für ein Projekt werden nun jeweils Action Steps, Backburner Items und References angelegt. Der Fokus liegt dabei darauf immer Action Steps zu generieren, zu priorisieren und abzuarbeiten.
Ich finde dieses Ansatz nicht schlecht und auch wenn ich jetzt trotzdem nicht komplett danach arbeite, habe ich ein paar Ideen daraus benutzt um mein eigenes System zu verbessern.
Weitere Themen in diesem Kapitel sind ausserdem die Durchführung von Meetings mit Hilfe der Action Method, wie man mit Veränderung umgeht und vor allem wie man die richtige Umgebung und die richtige Einstellung für seine Arbeit findet.

Die Community

Nachdem wir nun wissen, wie wir mit unseren Ideen umgehen, schreibt Scott im zweiten Kapitel über die Menschen, die an einem Projekt beteiligt sind. Das sind ausdrücklich nicht nur die direkten Team-Mitglieder, sondern auch Eltern, Freunde und Bekannte.
Ideen wachsen und gedeihen erst, wenn sie mit anderen besprochen werden und dabei ist es besonders wichtig soviele unterschiedliche Meinungen zu erhalten wie möglich. Scott gibt dazu Tipps wie man sein Netzwerk aufbaut, die Kommunikation mit ihm regelt und auch das Feedback wieder in die eigene Arbeit einfließen lässt.

Das Team und sich selbst führen

Im dritten und letzten Teil dreht sich nun alles um die richtige Zusammenarbeit im Team. Wann ist das Team motiviert? Wie trifft man im Team Entscheidungen? Diese Fragen und weitere rund um das Management des Teams beantwortet Scott hier.
Nach dem Team muss man nur noch eins in den Griff bekommen: sich selbst. Making Ideas Happen gibt am Ende des Kapitels Hilfestellungen um mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten, Ängste und Unsicherheiten umzugehen. Und auch noch um einen Schritt weiter zu gehen und seine Grenzen zu sprengen.

Fazit

Making Ideas Happen ist meiner Meinung nach ein Buch, das Augen öffnen kann und wird. Es ist nicht nur für kreative Freiberufler oder angehende Gründer geeignet. Die beschriebenen Praktiken können in wirklich jedem Umfeld genutzt werden.
Scott hat mich auf wichtige Details und Möglichkeiten zur Verbesserung hingewiesen. Und er hat mir auch immer wieder die Bestätigung gegeben, dass ich in einigen Belangen schon auf dem richtigen Weg war.

Unbedingt lesen!

Sind Meetings Zeitverschwendung?

Meetings sind verhasst. Jeder sitzt mehr oder weniger Zeit in ihnen ab, aber niemand ist glücklich darüber. Selbst wenn sie nicht direkt als “sinnlose Zeitverschwendung” abgestempelt werden, so sind Meetings doch zumindest als Produktivitätskiller verschrien.

Aber stimmt das wirklich? Halten Meetings automatisch die Beteiligten von der Arbeit ab? In vielen Firmen, vor allem großen Konzernen, ist das mit Sicherheit der Fall, aber man kann etwas dagegen tun!

Scott Belsky macht in seinem Buch Making Ideas Happen einige sehr konkrete Vorschläge wie man Meetings produktiver gestalten kann. Auch Josh Kaufmann hat auf der Seite des The Telegraph vor einige Tagen einen guten Artikel veröffentlicht wie man besser mit Meetings umgeht.

Statusmeetings abschaffen

Beide sind sich einig, dass man den Großteil der Meetings einfach abschaffen sollte, z.B. reine Statusmeetings, die nur dem Informationsaustausch dienen. Ich denke durch den Einsatz von Kollaborations-Tools kann man Transparenz erzeugen, die viele Meetings überflüssig macht. Auch ein internes soziales Netz kann hier sicher Abhilfe schaffen.

Teilnehmerkreis möglichst klein halten

Zu Besprechungen sollte nur eingeladen werden, wenn wirklich eine Entscheidung zu treffen ist oder Aufgaben zu vergeben sind. Das heisst die Teilnehmer sollten entweder unmittelbar für die Entscheidung notwendig sein oder mit weiteren Aufgaben aus dem Meeting herausgehen. Ist das nicht der Fall, haben sie ziemlich sicher gerade einige Zeit “verloren”.

Spontane Themen vermeiden

Und auch wenn man einen Raum nur stundenweise buchen kann, ist es besser das Meeting zu beenden sobald alles zum eigentlichen Thema gesagt ist. Nur sitzen zu bleiben und versuchen noch etwas anderes zu besprechen macht selten Sinn. Die Teilnehmer konnten sich nicht auf das spontane Thema vorbereiten und meistens haben sowieso nicht alle gerade Anwesenden etwas damit zu tun. Es sollte also einen neuen Termin zu vereinbart werden.

In den letzten Wochen habe ich verstärkt auf meine eigenen Besprecheungen geachtet und ich kann jeden Punkt bestätigen. Wie sieht es mit euch aus? Leidet ihr noch unter regelmäßigen Statusmeetings oder habt ihr schon eine flexiblere Meeting-Kultur etabliert?

Rückblick auf den ersten Stuttgarter ScrumTisch

Am Donnerstag haben wir uns zum ersten Stuttgarter ScrumTisch im Harambe Afrika getroffen. Da wir uns alle nicht kannten oder schon im Xing über Themen unterhalten haben, stand dieses mal gemütliches Kennenlernen beim Abendessen auf der Tagesordnung.

Der Termin war extra so gelegt, dass die Teilnehmer eines an dem Tag stattfindenden Scrum Master-Kurses von Jeff Sutherland teilnehmen konnten. So waren am Abend einige Leute mehr anwesend als die 12 ursprünglich angemeldeten. Und als absolutes Highlight hat uns sogar noch Jeff persönlich Gesellschaft geleistet.

Ich hatte einen wirklich netten Abend mit vielen interessanten Unterhaltungen. Vom Small Talk bis zu ernsthaftem Austausch über Erfahrungen mit Scrum war alles dabei. Schade war nur, dass die Teilnehmer vom Scrum-Kurs praktisch aus ganz Deutschland kamen und ich einige davon sicher nicht mehr sehen werde.

Der Abend war für mich ein perfekter Auftakt und ich freue mich schon auf den nächsten ScrumTisch, der für den 14. Juli geplant ist.

Page 2 of 3«123»