Nachdem ich letztes Jahr mit dem Barcamp in Nürnberg mein erstes Barcamp überhaupt besucht hatte, war mir nicht so ganz klar, ob dieses Format wirklich was für mich ist. Nürnberg hatte zum einen wirklich gute Sessions, aber zum anderen war die Atmosphäre dann doch etwas ungewohnt.
Eigentlich wollte ich deswegen nicht mehr so schnell auf ein Barcamp gehen, aber das Stuttgarter ist ja direkt ums Eck und der Termin passt mir auch ganz gut, weil ich da nichts besseres zu tun habe. Allerdings hab ich mir vorgenommen im Vorfeld meine Erwartungen ganz konkret zu formulieren und danach genauer zu sehen, wie diese Veranstaltung abgeschnitten hat.
Alte Bekannte
Nach meinen fast zwei Jahren in Nürnberg, in denen ich sowohl auf Webmontagen, als auch einem Startup Weekend und dem Barcamp war, habe ich natürlich auch die Teilnehmerliste des Stuttgarter Barcamps nach bekannten Gesichtern durchsucht. Ich wurde schnell fündig und so freue ich mich drauf wieder mal ein paar Nürnberger zu sehen.
Neue Gesichter
Einer der Hauptgründe für mich auf eine Veranstaltung zu gehen sind immer die Leute, die ich noch nicht kenne. Denn genau die will ich kennenlernen!
Wenn sich 150 Menschen mit den unterschlichsten Hintergründen und Interessen auf einer völlig ungezwungenen und freien Veranstaltung ein Wochenende zusammensetzen, müssen fast zwangsläufig interessante Gespräche entstehen und neue Kontakte geknüpft werden.
Allerdings liegt das Hauptaugenmerk auch auf “interessant”. Mein Ziel ist es nicht 100+ neue Kontakte in Twitter, Facebook oder Xing zu haben, einige wenige, mit denen ich dafür auch nach dem Barcamp noch intensiveren Kontakt habe, sind mir lieber. Umso besser, wenn sie dann noch aus der Stuttgarter Gegend kommen.
Abwechslungsreiche Sessions
Die Menschen sind für mich zwar wirklich das wichtigste auf einem Barcamp. Aber natürlich komme ich auch dahin um neues Wissen mitzunehmen. Neben technik-orientierten Sessions, die mir eher beruflich etwas bringen, hoffe ich vor allem auch darauf über meinen eigenen Tellerrand blicken zu können. Auf dem Nürnberger Barcamp gewährte uns z.B. eine Krankenschwester Einblick in ihren Alltag oder es gab eine Session zum allseits beliebten Thema “Getting Things Done“.
Natürlich denke ich auch wieder darüber nach eine eigene Session anzubieten. Ein paar Ideen hätte ich schon, aber ob ich Zeit habe sie auch noch auszuarbeiten und dann anzubieten steht noch in den Sternen. Vielleicht wird es ja eher eine spontane Diskussions-Session?
Wir haben Spaß!
Wenn die vorherigen Punkte alle passen, sollte der letzte eigentlich schon gegeben sein. Denn mit den richtigen Leuten und interessanten Themen, ist Spaß an einem Barcamp nicht weit weg. Ich brauche keine albernen Chat-Roulette oder Guitar-Hero Sessions. Da sind mir ausreichend Pausen, gute Laune und eine allgemein lockere Atmosphäre wichtiger.
Irgendwelche anderen Ansprüche bezüglich Catering, Location oder Freebies, habe ich wirklich nicht. Ich finde es immer noch klasse, dass Barcamps nichts kosten und wie sie überhaupt organisiert werden. Wenn das Sponsoring halt nicht für mehr als eine Grundversorgnung an Essen und Getränken reicht, dann soll es so sein. Und selbst wenn man sich mal beim Bäcker nebenan seine Semmeln selbst kaufen muss, finde ich nicht, dass das der Sache den Spaß raubt.
So wie es aussieht ist Google Wave endgültig tot und wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Teile des Codes sollen Open Source werden und wir User sollen noch unsere Daten extrahieren können, aber das war es dann. Es ist im Moment nicht einmal sicher, ob der Status-Quo noch weiter als Dienst verfügbar bleibt.
Dass es soweit gekommen ist, überrascht mich jetzt ehrlich gesagt aber weniger. Ich fand Wave anfangs total interessant und die Idee dahinter mehr als zukunftsweisend. Allerdings hat sich bei mir, wie auch bei vielen meiner Bekannten, schnell die Ernüchterung eingestellt als wir unsere Invites hatten.
Natürlich war uns klar, dass der Service damals noch nicht viel besser als Alpha Software war, aber selbst gemessen an diesen Erwartungen gab es einfach zuviele technische Probleme. Die Ladezeiten waren lang, oft hängte sich eine Wave komplett auf, Nachrichten mussten mehrmals eingegeben werden usw. Wave wurde mit der Zeit technisch zwar besser, aber nie gut genug um es wirklich E-Mail vorzuziehen.
Aber nicht nur die Technik machte Probleme, sondern auch das Konzept an sich. Die Bedienung war einfach zu ungewohnt und zu kompliziert im Vergleich zu E-Mail oder IM. Große Waves, wie z.B. von BarCamps und Konferenzen, wurden zu schnell unübersichtlich. Selbst wir Early Adopter probierten nur etwas herum, blieben aber dann für fast alle möglichen Szenarien bei Altbewährtem.
Und damit komme ich auch schon zu meinem endgültigen Totschlagargument gegen Wave: Die User-Basis war einfach zu klein. Dank der Invite-Strategie nutze kaum jemand den Dienst. Und diese wenigen zogen, selbst nachdem man Wave ohne Invite benutzen konnte, kaum neue Benutzer nach. Und was bitte bringt ein super Kommunikationstool ohne jemanden mit dem man kommunizieren kann? Nichts.
Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Ich finde es genial, was Google da versucht hat und ich stehe auch voll und ganz hinter der Mentalität lieber Neues auszuprobieren und zu scheitern, als es gleich bleiben zu lassen. Denn sie haben recht, selbst aus den Niederlagen kann man lernen und das Gelernte dann für neue, hoffentlich besser akzeptierte Ideen weiterverwenden.
So long, Google Wave!
Tja, mein Ausflug in die Google-freie Welt ist anscheinend vorbei. Vor einiger Zeit habe ich mein online Leben fast komplett von Google abgezogen. Das funktioniert auch an sich ganz gut, nur eben teilweise nicht gut genug.
Um den Google Reader zu ersetzen bin ich wieder zurück zu Yahoo!’s Bloglines gegangen. Bloglines habe ich schon vor dem Reader benutzt, bin aber dann wegen der besseren Usability und Performance zu Google gewechselt. Meine Hoffnung war, dass Bloglines besser geworden ist und den Reader ersetzen kann. Mittlerweile muss ich sagen, dass meine Hoffnung nicht erfüllt worden ist.
Bloglines hat zwar einige Funktionen, die dem Reader fehlen, mir aber nicht. Stattdessen gibt es viel zu oft Probleme mit der Verfügbarkeit. Die Integration in Chrome, meinem bevorzugten Browser über Extensions ist nicht so gut. Aber was wirklich den Ausschlag gegeben hat, ein zweites Mal von Bloglines zum Reader zu wechseln, ist die bessere Performance vom Reader. Bloglines schaffte es fast täglich mein Netbook komplett auszulasten, wenn viele Bilder oder Flashes in die Feeds eingebettet waren. Auch bei vielen Einträgen hat der Reader die Nase vorne, weil er nach und nach lädt, während Bloglines erst einmal alle Einträge lädt und der User ewig warten muss.
Vielleicht werde ich versuchen noch RSS Reader Software zu finden, die ich dann über Dropbox zwischen all meinen Rechnern synchronisieren kann. Vorerst muss jetzt aber wieder der Google Reader herhalten.